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Chefdirigent erhält neugeschaffenen Posten der Oper in Zürich

Welser-Möst wird Generalmusikdirektor

Franz Welser-Möst bei einer Probe zu Puccini s

Franz Welser-Möst bei einer Probe zu Puccini s "La Boheme" in Zürich. (© AP/Keystone - Eddy Risch)

Von APA / WZ Online

Der österreichische Dirigent Franz Welser-Möst (44) wird Generalmusikdirektor am Zürcher Opernhaus. Dies wurde am Sonntag in Zürich bekannt gegeben. Welser-Möst habe das Orchester des Opernhauses als Chefdirigent durch seine "gleichzeitig zielgerichtete erzieherische wie sensible Arbeit" zu internationalem Ruhm geführt, hieß es in einer Aussendung. Er wird pro Spielzeit etwa 30 Abende in Zürich dirigieren, darunter mindestens zwei Premieren und ein Konzert.

Der aus Linz stammende Dirigent, derzeit "Principal Conductor" am Züricher Opernhaus, wird die neu geschaffene Generalmusikdirektors-Stelle am 1. September antreten. Sein Vertrag läuft bis 31. Juli 2011. Welser-Möst war auch immer wieder für die Stelle des Musikdirektors an der Wiener Staatsoper im Gespräch, ebenso für die Leitung der Salzburger Festspiele. Ab 2007 leitet Welser-Möst die Neuinszenierung von Wagners "Ring des Nibelungen" an der Wiener Staatsoper.

Welser-Möst sei "eine der größten Musikerpersönlichkeiten, die es heute gibt, insbesondere in seiner Generation", schilderte der Intendant des Zürcher Opernhauses, der Österreicher Alexander Pereira, im Gespräch mit der APA. Pereira betonte auch die besondere Verbindung des Dirigenten mit dem Orchester des Opernhauses. Welser-Mösts "intime Art des Musizierens" sei "von meinem Orchester derart verstanden" und umgesetzt worden, dass "eine Einheit entstanden ist, die man wahrscheinlich nirgendwo anders kreieren kann".

Insofern sei die Besetzung des neuen Generalmusikdirektor-Postens mit Welser-Möst ein "Neuanfang": Die ersten zehn Jahre der Arbeit Welser-Mösts am Zürcher Opernhaus "waren ein Ringen um diese Einheit. Jetzt ist sie da und er kann mit ihr arbeiten". Für seine Entscheidung, nicht an die Scala zu wechseln, sei die Zusammenarbeit mit Welser-Möst die "entscheidende Trumpfkarte" gewesen, so Pereira.

Welser-Möst war in der Spielzeit 1995/96 erstmals als Chefdirigent in Zürich tätig gewesen, nachdem er 1992 erstmals im dortigen Opernhaus dirigiert hatte (Richard Strauss´ "Rosenkavalier"). Als Musikdirektor brachte er dort 27 Neuproduktionen hervor. Unter seiner Leitung erhielt das Zürcher Orchester die Auszeichnung "Orchester des Jahres 2000/01" in der Umfrage der Zeitschrift "Opernwelt". Seit 2002 ist er der Zürcher Oper als "Principal Conductor" verbunden.
In diesem Jahr (2002) nahm er die Leitung des renommierten Cleveland Orchestra an, das zukünftig verstärkt mit der Zürcher Oper zusammenarbeiten soll. Es seien "gemeinsame künstlerische Projekte in wichtigen internationalen Zentren angedacht", hieß es dazu in der Aussendung. In einer geheimen Abstimmung im Orchester des Zürcher Opernhauses sei Welser-Möst "in überwältigender Einheit" bestätigt worden, hieß es - ein "eindeutiger Vertrauensbeweis".

Die internationale Karriere des am 16. August 1960 geborenen Linzers hob 1986 mit dem Debüt-Konzert beim London Philharmonic Orchestra an, dessen Musikdirektor er in Folge von 1990 bis 1996 wurde. In den USA dirigierte er erstmals 1989 beim Saint Louis Symphony Orchestra.

Welser-Möst stand u. a. an der Deutschen Oper Berlin und beim Glyndebourne Festival am Pult, er arbeitete regelmäßig mit den Wiener und Berliner Philharmonikern, dem Bayrischen Rundfunkorchester und dem Gustav Mahler Jugendorchester, dem er eng verbunden ist. Weiters arbeitete er mit dem Orchestra Filharmonica Della Scala und dem Concertgebouw Orchester sowie den Orchestern von Cleveland, Philadelphia, Los Angeles, New York und Boston zusammen.

Im Dezember 2002 wurde er von der Musikzeitschrift "Musical America" zum "Conductor of the Year 2003" gekürt. Weitere Auszeichnungen waren u.a. der Gramophone Award, der Japanese Record Academy Award, zwei Grammy-Nominierungen sowie der Mozart-Preis (1999) und die Ehrendoktorwürde der Western Case Reserve University, Cleveland (2003). Eine außermusikalische Auszeichnung gab es für den "Auslandsösterreicher 2001" auch im Oktober 1995, als er den "Outstanding Achievement Award" des "Western Law Center for Disability Rights" in Los Angeles für seinen persönlichen Einsatz für Menschen mit Behinderung erhielt.

Sonntag, 03. Juli 2005

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